Eine Tätowierung ist eine Kunstform, ein ewiges Zeichen auf unserer Haut, eine Lebensauffassung. Haut, die zum Bild wird oder ein Bild, das in die Haut eindringt? Wie auch immer - die Meinungen gehen da weit auseinander. Tatsache ist, daß eine Tätowierung wesentlich mehr als ein 'Accessoire' ist. Sie stellt eine Idee dar, die zu Fleisch geworden ist, die auf ewig ein Teil von Dir wird. Sie ruft ein Glücksgefühl hervor. Es ist schön, dem Partner ein kleines Stück tätowierte Haut sehen zu lassen, das nach und nach zu einem kompletten Bild wird und somit einen Komplizen der Verführung darstellt. Eine Tätowierung bedeutet auch ein unauslöschbares Siegeszeichen über das Schicksal, eine wiedergefundene Freiheit, eine endgültige Veränderung. Darin liegt auch der Grund, warum die Wahl des Motivs so einnehmend ist. Es bleibt unerläßlich, zwischen den zahlreich vorhandenen Motiven auszuwählen, um jenes zu 'erspüren', das für die eigene Haut bestimmt ist. Anregungen auch für Unentschlossene, die vielleicht wollen, sich aber aus Angst vor gesellschaftlichen Vorurteilen nicht trauen? Gebt der alltäglichen Banalität einen Tritt, es ist Zeit Eure Tätowierung auszuwählen.

Zahlen und Daten

Genaue Zahlen zur Anzahl der tätowierten Deutschen gibt es nicht. Es gibt lediglich Schätzungen, die auf Umfragen beruhen. Demnach sind rund 9 % aller Deutschen - das sind über 7 Millionen Menschen - tätowiert. In der Altersgruppe zwischen 16 und 29 Jahren sind es sogar 23 Prozent. 82 Prozent aller Tätowierten sind an Stellen tätowiert, die normalerweise von Kleidung verdeckt sind (inklusive des tätowierten Steißbeins, das nur beim Tragen vor kurzen Shirts sichtbar wird). Der Trend zu Tätowierungen ist vor allem bei jungen Menschen ungebrochen, er geht allerdings zu Stellen, die ungeachtet der getragenen Mode uneinsehbar sind. Gleichzeitig steigt die Zahl derer, die ihre Körperbilder wieder loswerden wollen: Nach Schätzungen pro Jahr rund 75 000 Menschen. Dem stehen geschätzte 120 000 neue Tätowierungen pro Jahr gegenüber. Beliebte Stellen für Tätowierungen sind bei Frauen über dem Knöchel, auf dem Schulterblatt, auf dem Po und über dem Steiß. Bei Männern sind die Ober- und Unterarme, die Waden, das Schultergelenk und die Brust am beliebtesten. In Deutschland gibt es rund 3000 Tätowierstudios. Tätowierer kann jeder werden, es ist kein Ausbildungsberuf. Die Zunft der organisierten Tätowierer hat jedoch Qualitätsmerkmale definiert, die allerdings unverbindlich sind. Tätowierungen müssen nicht als unveränderliche Kennzeichen in Ausweispapiere oder Personakten eingetragen werden.

August 2008