Das Arbeitsmaterial eines Tätowierers



Vor Arbeitsbeginn müßen neue Nadeln in die Maschine eingesetzt werden. Nadeln und Führungen müßen in einem sterilen Behälter aufbewahrt werden, und zuvor im Sterilisationsgerät behandelt worden sein.

 
Nadeln
 
Es gibt Tätowierer die löten die Nadeln selber, sind doch die einzige und zugleich wichtigste Verbindung zwischen Kunde und Tätowierer. Nadeln, die in verschiedenen Anordnungen, sogenannten Bündeln (rund/flach mit Anzahl Nadeln von 1 bis 14) verwendet werden, dringen in die Haut ein, und müssen deshalb spitz und perfekt gelötet sein, um scharfe Linien und sanfte Schattierungen zu erreichen.
Die hier vorgestellten Nadeln sind nur einige der Größen, die es gibt. Diese werden von jedem Tätowierer anders verwendet oder eingesetzt. Es soll hier nur gezeigt werden, wie vielfältig die Möglichkeiten sind. Es gibt natürlich noch dickere Nadeln, aber die meisten Tätowierer arbeiten eher mit mehreren dünnen Nadeln.
 
0,20 mm: Diese Nadeln werden meist zu mehreren zusammen gelötet und dann für Outliner (Konturen) verwendet.
0,25 mm: Diese Nadeln werden für Outlines aber auch für Shadows (Schattierungsnadeln) verwendet.
0,30 mm: Diese Nadeln können als einzelne Nadel für Outlines oder zu mehreren zum Ausfüllen gebraucht werden.
0,35 mm: Diese Nadeln können gut zum Ausfüllen, Konturen, Schattieren verwendet werden.
0,40 mm: Diese Nadeln sind schon relativ dick (im Durchmeser) und dadurch nicht so flexibel und werden meist zum Ausfüllen verwendet. 
Die Tätowiermaschinen wie wir sie in den 90er Jahren kennen, haben sich seit fast 100 Jahren nicht verändert. Ursprünglich war die von Thomas Edison entwickelte und am 08.08.1876 patentierte Maschine unter dem Namen "Autographic Printer" bekannt und als Gravurwerkzeug für harte Oberflächen gedacht. Ein Jahr zuvor (29.10.1879) bereits hatte Edison in England ein ähnliches Werkzeug patentieren lassen. Ein Jahr danach patentierte er den "Stencil Pen". Wahrscheinlich kam Edison niemals die Idee, dass seine Erfindungen, die Art und Weise wie Menschen ihre Körper verschönern, für Jahrtausende verändern würde.

Am 08.12.1891 erhielt S.F. O'Reilly das 1.Patent für eine elektrische betriebene Tätowiermaschine. Eigentlich wurde das Patent nur für die Röhrenkonstruktion ausgestellt, denn der Rest seiner Maschine war identisch mit Edisons "Autographic Printer". O'Reilly hat nur die Röhre verändert, indem er einen versetzten Arm sowie ein Nadelbündel, angebracht an einem Steg, verwendete. Die Bewegungsumwandlung einer oszillierenden, elektromagnetisch betriebenen Einheit ermöglichte eine Auf- und Abbewegung der Nadel. In der 'Los Angeles Sunday Times" vom 24.10.1884 ist O'Reilly bei der Benutzung einer solchen Maschine abgebildet. Auf dem Bild ist eine Batterie als primäre Stromquelle zu sehen. Leider ist auf dem Bild nicht erkennbar, ob es sich bereits um das von ihm abgewandelte Modell oder um Edisons Original handelt, welche einen beträchtlichen kürzeren Takt hatte, was den Prozess des Tätowierens komplizierte.

Am 12.12.1894 gab die Regierung das 1. Patent für eine Tätowiermaschine an den Londoner Sutherland MacDonald heraus. Die von ihm entwickelte Maschine war gänzlich anders als die bis dahin in England oder in den USA entwickelten Maschinen. Es handelte sich um eine einspulige, mit Elektrizität betriebene Maschine. 5 Jahre danach wurde ein weiteres Patent an den englischen Tätowierer A.C. South ausgestellt. Dieses Patent entspricht im grossen und ganzen den bis heute gebräuchlichen Tätowiermaschinen. Es wurde am 30.06.1899 ausgestellt. Diese Maschine bestand aus 2 Spulen in einer Messingbox und in der Röhre war ein Tintenbehälter integriert. 1900 wurde es vom britischen Patentamt sowohl als Gravur- als auch als Tätowiermaschine zugelassen.

1904 erschien ein Amerikaner mit noch einem anderen Patent auf dem Markt. Charles Wagner beantragte das Patent am 19.04.1904 und er erhielt das Patent am 23.08. des selben Jahres. Wagners Erfindung war ebenfalls 2-spulig, jedoch waren die Spulen nebeneinander platziert. Andere Innovationen, die Wagner zuzusprechen sind, waren eine flügelartige Rückholfeder sowie ein Spanndraht, um Vibrationen der Nadel zu vermeiden. Ebenfalls gab es einen Taktregulator. Die Wagner-Maschine war in den folgenden 25 Jahren das bevorzugte Modell. Es gab einige kleinere Änderungen und Innovationen in diesem Zeitraum. Am 30.01.1929 meldete Percy Waters sein Patent für die bis heute übliche Tätowiermaschine an. Davor hatte er eine Maschine entwickelt, die eine fast exakte Kopie der Wagner-Maschine war. Waters Maschine hatte 2 Spulen und ein originales Gerät angehängt an das Gestell mit dem An- und Ausschalter.

Es gab viele andere Menschen, die kleinere Veränderungen an der Tätowiermaschine vorgenommen hatten. Zu erwähnen wären hier William Jones und Milton Zeis.